Wohnen im Alter NRW

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Praxisbeispiel: „Nachbarschaftshaus“, Köln-Ehrenfeld

Seit November 2009 gibt es ein Nachbarschaftshaus in der Ansgarstraße 5 in Köln-Ehrenfeld. Es ist ein Haus der Begegnung und des Austauschs mitten im Quartier, ein alters- und sozial durchmischter Treffpunkt für alle Menschen aus der Nachbarschaft. „Es ist aber auch ein Ort, an dem Menschen sich engagieren können“, erklärt Martina Ferner, Koordinatorin im Nachbarschaftshaus, das ein Kooperationsprojekt des Quäker Nachbarschaftsheims Köln und der gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Die Ehrenfelder ist.

Das eigene Stadtviertel mitgestalten

Hinter der Idee, eigene Aktivitäten ins Leben zu rufen und gemeinsam mit anderen umzusetzen, steckt der Gedanke des Quartiersmanagements. Marita Dockter, Geschäftsführerin des Quäker Nachbarschaftsheims, beschreibt die Tätigkeiten vor Ort als Gemeinwesenarbeit: „Damit ist gemeint, dass wir Menschen, die bisher nicht aktiv am gesellschaftlichen Leben in ihrem Stadtviertel teilnehmen, wenig vernetzt sind und oftmals geringe finanzielle Ressourcen haben, motivieren möchten, die Angebote im Nachbarschaftshaus selber mitzugestalten.“ Auf diese Weise können die unterschiedlichen Interessen der Anwohner*innen und aller anderen Akteure, die das Viertel prägen, gebündelt und der Zusammenhalt innerhalb des Quartiers gestärkt werden.

Viel Spielraum für neue Angebote

Martina Ferner koordiniert die Entwicklung der Angebote im Nachbarschaftshaus: „Von diversen Spiel- und Musikgruppen, über eine Malwerkstatt, Gedächtnistraining und Kochen für Männer ist alles dabei. Aber es gibt noch viel Entwicklungspotenzial. Mein Eindruck ist, dass den Besucher*innen der Gedanke, eigene Aktivitäten umzusetzen, vielleicht noch etwas zu fremd ist.“ Die Beratung zu Themen wie Wohnen im Alter, Angst vor Demenz und Altersarmut, Unterstützung für alleinerziehende Mütter oder allgemeine Fragen zum Sozialhilfesystem fließt in den täglichen Kontakt mit den Teilnehmer*innen der Kurse sowie mit den ehrenamtlichen Kräften ein. „So erfahre ich vorwiegend auf informelle Weise, was unsere Besucher*innen beschäftigt. Ich informiere sie über bestehende Hilfsangebote oder vermittle sie passgenau weiter“, berichtet Ferner. Für die Zukunft wünschen sich beide Kooperationspartner, dass die Menschen im Quartier das Nachbarschaftshaus durch ihr Engagement dauerhaft zum lebendigen Zentrum für soziales Miteinander machen.