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Auch im Alter selbstbestimmt wohnen

Neue Wohn- und Versorgungsformen für ältere Migrantinnen und Migranten

In Deutschland leben immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund. Nach ihrem Arbeitsleben bleiben diese in Deutschland und haben vielfach auch die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Die vorhandenen sozialen, kulturellen und pflegerischen Angebote für ältere Menschen werden durch diese Bevölkerungsgruppe jedoch selten oder nur zögerlich angenommen.

Besondere soziale und kulturelle Anforderungen berücksichtigen

Ein Grund dafür ist die fehlende Information: Ältere Migrantinnen und Migranten kennen diese Angebote einfach nicht. Ein weiterer Grund ist die fehlende Ausrichtung der Angebote auf die spezifischen sozialen und kulturellen Anforderungen dieser Gruppe, und auch auf deren finanzielle Möglichkeiten. Um auch ältere Migrantinnen und Migranten adäquat zu versorgen, müssen also vorhandene Angebote angepasst und neue Angebote geschaffen werden. Entsprechende Modell- und Pilotprojekte der letzten Jahre zeigen, wie das funktionieren kann:

Pro Wohnen International e.V., Oberhausen

Das Ziel dieses Projekts ist die Verbesserung der Wohn- und Versorgungssituation älterer Migrantinnen und Migranten in ihrem Quartier. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den sogeannten. „Pendlern“, die in Deutschland wohnen, aber auch längere Zeit in ihren Heimatländern verbringen.

Nascha Kwarthira – ambulant betreute Wohngemeinschaft, Köln

Nascha Kwartihra bedeutet übersetzt "Unsere Wohnung". Dieses Projekt in Köln, an dem das Kultur- und Integrationszentrum "Phoenix" beteiligt ist, wurde speziell für demenzkranke, russischsprachige Migrantinnen und Migranten geschaffen.

Diese beiden Projekte haben trotz unterschiedlicher Zielsetzungen einiges gemeinsam:

  • Einbindung und Bedürfnisermittlung bei den zukünftigen Bewohnerinnen
  • und Bewohner in der Entwicklungsphase über muttersprachliche Kontakte (frühzeitige Einbindung und Muttersprache)
  • Zugang zu den älteren Menschen über Vertrauenspersonen und intermediäre Organisationen der Migrantinnen und Migranten (Vertrauensaufbau und Nutzung vorhandener Netzwerke)
  • Delegation von Entscheidungsbereichen, insbesondere für sog. Weiche Faktoren, zur Schaffung individueller Gestaltungsmöglichkeiten (flexible bedarfsgerechte Planung).

Wenn die Methoden und Verfahren der Beteiligungs- und Mitwirkungsarbeit an die Zielgruppe der älteren Migrantinnen und Migranten angepasst werden, ist es möglich, auch für diese Gruppe Wohn- und Dienstleistungsangebote zu schaffen, die angenommen werden.

Zusammenarbeit aller Akteure ist erforderlich

Zur Schaffung weiterer Projekte könnten sich Wohnungsunternehmen, Kommunen,
Migrantenorganisationen und Wohlfahrtverbände zusammen tun. Wichtig ist dabei, dass Projekte durch Menschen entwickelt werden, die eine Vermittlerposition einnehmen können. Dafür ist es erforderlich, dass diese sowohl die deutsche Sprache und Kultur als auch die kulturellen und sozialen Gepflogenheiten sowie die Sprache der jeweiligen Migrantinnen und Migranten kennen und sich in beiden „Welten“ wohl fühlen. Außerdem sind konzeptionelle und planerische Fachkenntnisse nötig, um Projekte mit Migranten und Migrantinnen zu entwickeln.

(Autor: Mustafa Cetinkaya, WohnBund-Beratung NRW)

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Information:

"Pro Wohnen International" e.V. bietet interkulturelles Wohnen für ältere Menschen an, insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund. Der Verein fördert die Entwicklung partizipativer und nachhaltiger Wohn- und Versorgungsmodelle für unterschiedliche Kulturen im Bereich der Altenhilfe.

Kontakt:
Pro Wohnen International e.V.
Frau Derin
Tel. (0208) 960 69 45
prowohnen@t-online.de

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier:

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"Nascha Kwartihra" ist eine Wohngemeinschaft pflegebedürftiger, russischsprachiger Menschen in Köln. Es ist ein Kooperationsprojekt der Paritätischen Mitgliedsorganisation "Phoenix e.V" mit der GAG Immobilien AG, die Diakonie gGmbH übernimmt vor Ort die Pflege und Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner.

Kontakt:
Nascha Kwartihra
Tel. (0221)-355 336 30
nascha-kwartihra@web.de

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf folgenden Internetseiten:

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Die WohnBund-Beratung NRW GmbH mit dem Regionalbüro Westfalen entwickelt Ideen und Konzepte für zukunftsorientiertes Wohnen, berät Wohnungsunternehmen, Mieter, Ministerien und andere Beteiligte rund um das Thema neue Wohnformen.

Kontakt:
WohnBund-Beratung NRW GmbH
Tel. (0234) 904 40-50/ -51
kontakt@wbb-nrw.de

 

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