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Zuhause im Quartier

Der Paritätische NRW setzt innovative Wohnmodelle für alle Generationen um

Zuhause alt werden, das wünschen sich laut einer Studie der Medien- und Sozialforschungs GmbH TNS Emnid rund zwei Drittel der Seniorinnen und Senioren in Deutschland. Die Pflegestatistik 2011 zeigt, dass bundesweit 70 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zuhause versorgt werden – sie wollen im Alter in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben. Aber auch die jüngere Generation und Familien mit Kindern möchten sich in ihrem Stadtviertel wohl fühlen, soziale und nachbarschaftliche Netzwerke nutzen

Bereits 2006 haben sich der Paritätische NRW, der VdW Rheinland Westfalen und der Deutsche Mieterbund NRW in der „Dortmunder Erklärung“ verpflichtet, nutzerfreundliche Wohnmodelle für ältere Menschen zu entwickeln und nachhaltig zu gestalten. Gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen und Kooperationspartnern setzt sich der Verband für eine quartiersnahe Versorgung in Nordrhein-Westfalen ein. Generationsübergreifendes Wohnen im angestammten Quartier ist der Leitgedanke für diese innovativen Wohnformen. Unter dem Dach des Paritätischen NRW versammeln sich derzeit rund 70 ambulant betreute Wohngemeinschaften sowie knapp 20 generationsübergreifende Wohn- und zahlreiche Quartiersprojekte.

Selbstbestimmt leben

Wenn ältere Menschen aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung den Alltag nicht mehr alleine bewältigen können, benötigen sie niedrigschwellige Hilfsangebote innerhalb ihres Wohnviertels. Nachbarschaftliche Netzwerke, eine Haushaltshilfe und ambulante Pflegedienste unterstützen die Betroffenen, damit sie ein selbstständiges Leben führen können. Auch eine Wohnraumberatung hilft ihnen, ihre Wohnung barrierearm oder -frei zu gestalten. Ist der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit nicht mehr möglich, kann der Umzug in eine ambulant betreute Wohngemeinschaft eine Alternative sein. Diese Versorgungsart lässt sich aufgrund ihrer überschaubaren Größe sehr gut ins Quartier integrieren und bietet den BewohnerInnen viele Vorteile – unter anderem werden sie dort rund um die Uhr betreut.

Gemeinsam statt einsam

Generationsübergreifende Wohnprojekte, von denen es in NRW noch deutlich zu wenige gibt, zeigen, wie man ein Quartier alters- und sozialdurchmischt entwickelt. Um ein Stadtviertel lebendig zu gestalten, müssen sich ältere und jüngere Menschen, Familien und Alleinerziehende mit Kindern dort wohl fühlen. Alle Generationen wünschen sich ein Umfeld, das geprägt ist von Aspekten wie Geborgenheit, Sicherheit, Vertrautheit, und Erreichbarkeit – ihr Zusammenleben erfordert jedoch auch Toleranz und Kompromissbereitschaft. Darüber hinaus sind Nachbarschaftsvereine ein wichtiges Bindeglied, um Kontakte innerhalb der Nachbarschaft zu pflegen: Sie schaffen Orte der Begegnung und des Engagements mitten im Quartier.

Offen für neue Ideen

Der Paritätische verstärkt mit seinem Kompetenzzentrum „Wohnen im Alter NRW und dem gleichnamigen Informationsportal im Internet seine Aktivitäten zur Quartiersentwicklung. In den vergangenen Jahren hat der Verband einen Zulauf an gemeinnützigen Vereinen verzeichnet, die im breiten Themenfeld „Wohnen im Alter“ ihre Vorstellungen verwirklichen möchten. Dabei wird der Paritätische seine Mitglieder unterstützen und helfen, fehlende Angebote zu initiieren sowie Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Auch die Landesregierung NRW fördert strukturell und ressortübergreifend mit dem „Masterplan Quartier“ die Umsetzung von Quartiersprojekten.

Der Artikel ist erschienen in: Blätter der Wohlfahrtspflege, Ausgabe 2/2013, S. 48, Autoren: Franz Schumacher/Susanne Stromberg, Paritätischer NRW.

Sie können sich den Beitrag hier kostenlos als pdf-Datei herunterladen:

 

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