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Wohnen im Viertel mit Versorgungssicherheit

Wohnen im Viertel mit Versorgungssicherheit und ohne Betreuungspauschale – unter diesem Motto ist der Bielefelder Verein „Alt und Jung Nord-Ost e.V" (früher Verein Freie Altenarbeit e.V.) seit 1978 im Bereich ambulante und soziale Hilfen sowie in der Gemeinwesenarbeit in überschaubaren Wohnquartieren tätig. Die aktiven Mitglieder des Vereins und ehrenamtlich engagierte Bürger/-innen bieten Menschen, die in ihrem vertrauten Umfeld Unterstützungsbedarf benötigen, fördernde Hilfen entsprechend ihren Wünschen und Bedürfnissen an. Bei der Umsetzung dieses Quartierskonzeptes arbeitet „Alt und Jung Nord-Ost e.V.“ seit vielen Jahren mit ortsansässigen Wohnungsunternehmen und weiteren Akteuren zusammen.

Versorgung im Quartier

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Wolfgang Preuß und Tatjana Büteröwe vom Bielefelder Verein "Alt und Jung Nord-Ost e.V.".

Als Leistungsanbieter ist der Verein breit aufgestellt und legt viel Wert auf eine gemischte Klientel. „Zu unserer Kundschaft gehören alte und junge Menschen, mit und ohne Behinderung. Wir betreuen und pflegen nicht nur Menschen mit Demenz, sondern mit den unterschiedlichsten Erkrankungen. Wir arbeiten in klaren, überschaubaren Strukturen und achten darauf, dass die Wege zum Kunden nicht zu lang sind. So können wir unsere Klientel problemlos zu Fuß oder mit dem Rad erreichen, eine schnelle Versorgung direkt im Quartier ist auf diese Weise gewährleistet“, erläutert Wolfgang Preuß, Fachaufsicht Fachbereich Pflege bei Alt und Jung Nord-Ost e.V..

Hilfe zur Selbsthilfe

Der Ambulante Pflegedienst ist 24 Stunden im Quartier präsent und kann auf Abruf auch kleine, individuelle Leistungen erbringen. „Es kommt vor, dass wir angerufen werden, weil jemand spontan Hilfe beim Toilettengang benötigt. Durch die örtliche Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden können wir darauf zeitnah reagieren, das gibt ihnen Sicherheit. Außerdem arbeiten wir mit festen Bezugspersonen und kennen viele Menschen in unseren Quartieren. So erfahren wir, wo Hilfe benötigt wird,“ sagt Tatjana Büteröwe, stellvertretende Fachaufsicht Fachbereich Pflege. Oberstes Prinzip der Vereinsarbeit ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, die Menschen im Viertel dazu zu animieren, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Bielefelder Modell

Dieses Alters- und Pflegekonzept funktioniert in Bielefeld, weil die Stadt den Ansatz der Quartiersarbeit unterstützt und in ihren Strukturen verankert hat. Auch die Zusammenarbeit mit örtlichen Wohnungsbaugesellschaften ist für das Gelingen des Ansatzes von zentraler Bedeutung. Der Verein „Alt und Jung Nord-Ost e.V“ war maßgeblich an der Entwicklung des sogenannten „Bielefelder Modells“ beteiligt. Preuß: „Mitte der 90er Jahre wollte das Bezirksamt Dornberg statt eines Heimneubaus eine offene Wohnform für circa 70 Menschen ab 65 Jahren schaffen. Gemeinsam mit der BGW, Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH, haben wir diesen Gedanken weiterentwickelt.“

Begegnung und Austausch

Entstanden ist ein Quartiersprojekt, bei dem das Wohnen im angestammten Viertel mit Versorgungssicherheit und ohne Betreuungspauschale im Vordergrund steht. Die Mieter/-innen leben in ihren eigenen, barrierefreien Wohnungen, sechs Menschen mit hohem Hilfebedarf können eine weitere Wohnung für gemeinsame Mahlzeiten und andere Aktivitäten nutzen. Zusätzlich steht allen Mieter/-innen ein großer Gemeinschaftsraum mit Küche zur Verfügung, das sogenannte „Wohncafé“. Preuß: „Das Wohncafé ist ein Ort der Begegnung für alle Menschen aus dem Stadtteil und gleichzeitig das Herzstück des Quartiersgedanken.“

Selbstbestimmt leben

Menschen mit relativ hohem Pflegebedarf sowie ohne Hilfebedarf leben in diesem Quartiersprojekt zusammen. Der Pflegedienst ist rund um die Uhr mit im Haus, aber die Mieter/-innen haben Wahlfreiheit, können jederzeit einen anderen Dienst beauftragen. „Am Anfang mussten wir den Mieterinnen und Mietern allerdings erst einmal erklären, dass es bei diesem Wohnprojekt um ein Leben in selbstbestimmten, ambulanten Strukturen geht, und sie sich nicht in einer stationären Einrichtung befinden. Sie müssen sich weiterhin selber um ihren Haushalt, Einkäufe oder Reparaturen kümmern, können sich aber auf ihre Wünsche und Bedürfnisse zugeschnittene Hilfeleistungen dazu buchen“, erläutert Büteröwe.

Im vertrauten Umfeld alt werden

Solch ein Hilfesystem gibt den Menschen Sicherheit und das Gefühl, dass sie in ihrem vertrauten Umfeld angstfrei und in Ruhe alt werden können. Die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen regelmäßig austauschen und sich auch für sie engagieren zu können, vermittelt Anerkennung und fördert soziale Kompetenzen. Preuß: „Schön wäre es, wenn der Paritätische sich noch stärker mit der Basis vernetzen und sich weiterhin für die individuellen Leistungsansprüche der Menschen mit zusätzlichem Unterstützungsbedarf einsetzt. Wir schätzen es, dass der Verband durch seine sehr heterogene Mitgliedschaft eine gute Plattform für die Zusammenarbeit bietet und in der Lage ist, auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen.“

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Information:

Wenn Sie sich ausführlicher über die Arbeit von „Alt und Jung Nord-Ost e.V.“ informieren möchten, können Sie sich mit dem Verein telefonisch und per Mail in Verbindung setzen oder die Homepage besuchen:

Alt und Jung Nord-Ost e.V.
Huchzermeierstr. 7
33611 Bielefeld
Tel. (0521) 982 63-0
kontakt@altundjung-nordost.org
www.altundjung-nordost.org

 

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