Wohnen mit Alt und Jung

Gemeinsam Wohnen

Norbert Fürneisen wohnt mit ganz unterschiedlichen Menschen unter einem Dach. Foto: Ludolf Dahmen

Nach seiner Scheidung fühlte sich Norbert Fürneisen in seiner Wohnung ziemlich alleine, auch nachbarschaftliche Kontakte gab es kaum. Der Gedanke, bis an sein Lebensende sozial isoliert in einem anonymen Umfeld zu wohnen, belastete den heute 61-jährigen Kölner sehr. Die Entscheidung in eine Hausgemeinschaft zu ziehen, in der Jung und Alt, Menschen unterschiedlichen Glaubens, mit und ohne Migrationshintergrund unter einem Dach leben, hat er nie bereut.

Gemeinsames Wohnprojekt

Bei seiner Suche nach einer alternativen Wohnform nahm Norbert Fürneisen Kontakt zum Kölner Verein „Wohnen mit Alt und Jung“ auf, er ist seitdem auch aktives Mitglied dieser paritätischen Mitgliedsorganisation. „Mir gefiel die Idee vom gemeinschaftlichen Leben in einem Haus, aber in meiner eigenen Wohnung. Damals realisierte der Verein gerade ein generationsübergreifendes Wohnprojekt mit der gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft "DIE EHRENFELDER". Seit Sommer 2006 lebe ich nun in einer wunderschönen Wohnung mit Balkon und habe nette, hilfsbereite Nachbarn – hier möchte ich nie wieder weg!“, erzählt Fürneisen.

Toleranz im Alltag

Dass das Zusammenleben der Generationen Toleranz und Kompromisse fordert, war dem 61-Jährigen schnell klar. Fürneisen: „Viele Interessenten haben eine falsche Vorstellung vom gemeinschaftlichen Wohnen. Wer sich nicht anpassen und keine Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen möchte, wird hier auf Dauer nicht glücklich werden. Es ist wichtig, aufeinander zuzugehen, kontaktfreudig zu sein und sich an gemeinsamen Aktivitäten zu beteiligen. Wen herumtobende Kinder, Grillgeruch oder abendliche Gespräche auf dem Nachbarbalkon stören, für den ist dieses Wohnmodell nicht geeignet.“

Nie mehr alleine Zuhause

Auch Norbert Fürneisen musste sich anfangs an die neue Lebensweise gewöhnen. Heute genießt er die gemeinsamen Ausflüge, Spielabende und den Kochclub für Männer in vollen Zügen. „Es tut so gut, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, im Gemeinschaftsraum einen spannenden Film zu gucken oder in der Waschküche mal ein kleines Schwätzchen zu halten. Insbesondere der Kontakt zu den Kindern bringt viel Schwung in meinen Alltag“, berichtet er. Bei der Vergabe der Wohnungen achten die Mitglieder des Vereins „Wohnen mit Alt und Jung“ auf eine gemischte Zusammensetzung. Derzeit sind ein Drittel der Bewohner und Bewohnerinnen jünger als 40 Jahre, ein weiteres Drittel zwischen 40 und 60 und der Rest über 60 Jahre alt.

Integrierte Pflege-Wohngemeinschaft

Das barrierefreie Generationen-Haus in der Jakob-Schupp-Straße besteht aus 27 Wohnungen unterschiedlicher Größe und einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft mit einzelnen Zimmern. Hier versorgt der Verein „Zu Huss“, ebenfalls eine Mitgliedsorganisation des Paritätischen NRW, sieben pflegebedürftige Bewohner und Bewohnerinnen in ihren eigenen vier Wänden. „Ich finde es beruhigend, dass der Pflegedienst bei Bedarf auch den anderen Menschen hier im Haus hilft. Von diesem Angebot profitieren ja nicht nur die älteren Mieter und Mieterinnen“, erläutert Fürneisen. Die ambulant betreute Wohngemeinschaft ist zudem eine gute Alternative zu einer stationären Unterbringung.


Information:

Wenn Sie sich ausführlicher über „Wohnen mit Alt und Jung e.V.“ und „Zu Huss e.V.“ oder die Wohnungsgesellschaft "DIE EHRENFELDER" informieren möchten, besuchen Sie bitte folgende Internetseiten:

Auf der Homepage finden Sie auch Informationen zum Leitbild und zur Historie des Vereins. Die Bauarbeiten des Kölner Generationen-Hauses sind hier ebenfalls dokumentiert.
"Zu Huss e.V." ist ein Kölner Verein für Hilfe und Pflege daheim und Mitglied im Paritätischen NRW.
Auf der Internetseite der gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft können Sie sich in der Rubrik "Wohnungen" unter dem Punkt "abgeschlossene Bauvorhaben" über das generationenübergreifende Wohnprojekt in der Jakob-Schupp-Straße informieren.

Sie wollen selber ein gemeinschaftliches Wohnprojekt gründen? Wir beraten Sie gerne persönlich! Rufen Sie uns an oder nutzen das Kontaktformular.

 

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