Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz

Ruhrwerkstatt

In der Pflege-WG essen die Bewohnerinnen gerne gemeinsam. Foto: RUHRWERKSTATT

In der Danziger Straße in Oberhausen leben acht Menschen mit Demenz in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft des Vereins RUHRWERKSTATT Kulturarbeit im Revier. Alle haben ein eigenes Zimmer, das mit ihren persönlichen Möbeln und Gegenständen individuell eingerichtet ist.

Auch über die Gestaltung der Gemeinschaftsräume entscheiden die Mieter und Mieterinnen und ihre Angehörigen selbst. Aufgrund ihrer Demenzerkrankung können sie nicht mehr alleine leben. In der Wohngemeinschaft werden sie daher Rund-um-die-Uhr von speziell geschultem Personal betreut und gepflegt.

Selbstbestimmt leben

„So eigenständig wie möglich, so viel Betreuung wie nötig“ lautet das Motto dieser innovativen Wohnform. Das Projekt ist bisher einmalig in Oberhausen, in Mülheim betreut der Verein noch eine ambulant betreute Wohngemeinschaft. „Die Nachfrage ist sehr groß. Dieses alternative Wohnangebot wird von vielen Menschen so gut angenommen, weil es eine wirkliche Alternative zur Heimunterbringung darstellt. Denn bei uns können Menschen mit Demenz ein weitgehend selbstbestimmtes und würdevolles Leben in ihrer eigenen Häuslichkeit führen“, erklärt Brigitte Laser-Ortmann, Bereichsleitung Soziale Dienste bei der RUHRWERKSTATT.

Barrierefreier Umbau

Als Vermieter des Gebäudes in der Danziger Straße hatte die WohnungsGenossenschaft Oberhausen damals den alten Wohnbestand barrierefrei umgebaut und den Bedürfnissen der Menschen mit Demenz angepasst. Das Wohnhaus hat jetzt zum Beispiel einen Aufzug, die handelsüblichen Mischbatterien wurden gegen separate Kräne für heißes und kaltes Wasser ausgetauscht. Laser-Ortmann: „Eine scheinbar rückschrittliche Maßnahme, aber genauso kennen es die Bewohner und Bewohnerinnen noch von früher, auf diese Weise können sie den Alltag mit ihrer Demenz noch erfassen.“

Rundum-Betreuung

Neben der 24-stündigen Betreuung übernimmt die RUHRWERKSTATT auch die gesamte hauswirtschaftliche Versorgung und erbringt die Pflegeleistungen. „Für die Mieter und Mieterinnen ist es das letzte Zuhause, sie leben bis zu ihrem Tod in dieser Wohngemeinschaft. Daher ist es unser höchstes Ziel, dass sie die neue Umgebung auch als ihr Zuhause annehmen“, erläutert Laser-Ortmann.

Netzwerke nutzen

Den Kontakt zu potenziellen Investoren für ein geeignetes Wohnobjekt hatte die RUHRWERKSTATT mit Hilfe des Paritätischen NRW bereits im November 2006 auf der Fachtagung „Wohnen im Alter“ in Dortmund hergestellt. Von der Kooperation des Paritätischen mit dem Verband der Wohnungswirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen e.V. profitieren nicht nur seine Mitgliedsorganisationen, sondern auch alle wichtigen Akteure der Wohnungswirtschaft, Sozialdienstleister und Nutzer. „Es entstehen Synergien und Netzwerke, die bei der Realisierung zukunftsträchtiger Wohn-, Betreuungs- und Pflegeangebote unabdingbar sind“, erklärt Franz Schumacher, Fachreferent "Wohnen im Alter" und "Ambulante Pflege" beim Paritätischen.


Information:

Der gemeinnützige Verein RUHRWERKSTATT Kultur-Arbeit im Revier setzt sich seit über 30 Jahren dafür ein, dass jeder Mensch gleichermaßen eine Chance zur persönlichen, beruflichen und kulturellen Entfaltung erhält. Ziel der Vereinsarbeit ist die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen in Oberhausen und Umgebung. Aus dem regionalen Engagement entstand 1992 der Mobile Soziale Dienst, ein Jahr später die Ambulante Kranken- und Altenpflege.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Homepage RUHRWERKSTATT Kultur-Arbeit im Revier. Der Verein ist eine Mitgliedsorganisation des Paritätischen NRW.
Info-Flyer "Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz" zum kostenlosen Download.

 

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